• Impressum / Bilder und Texte
  • Datenschutz

kurtzarchiv

~ Künstler aus Österreich: Arthur Kurtz, Augustin Kurtz-Gallenstein, Oskar Kurtz, Camillo Kurtz, Anneliese Burzan-Kurtz – Familie, Leben und Werke

kurtzarchiv

Kategorien-Archiv: Zeitgeschichte

Visionäre Versuche: Raketen starteten auf dem Schöckl – zum Posttransport

12 Samstag Mai 2018

Posted by Burzan/Kurtz in Fundstücke, Uncategorized, Zeitgeschichte

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Schlagwörter

Ehrung, Forschung, Graz, Höhenballon, Ingenieur, Kepler, Postrakete, Rakete, Raketenpost, Schöckl, Schmiedl, Start, Stempel, Stratosphäre, Umschlag, Vignetten, Weltraumflug

Jeder weiß wohl, dass die moderne Raumfahrt vor gut 60 Jahren begann, als der erste Satellit Sputnik 1 am 4. Oktober 1957 von der Sowjetunion ins All befördert wurde. Doch wer erinnert sich daran, dass schon vor 90 Jahren bei Graz in der Steiermark erstaunliche Experimente mit Raketenflügen zur Postbeförderung unternommen wurden? Frühe Belege der Raketenpost sind heute gesuchte Dokumente bei Weltraumsammlern und Luftpost-Spezialisten.

Friedrich Schmiedl (* 14. Mai 1902; + 11. September 1994) war der österreichische Pionier und Erfinder der Raketenpost. Schon während seiner Jugendjahre experimentierte er mit Raketen und führte seine Versuche im Studium der Chemie an der Technischen Universität Graz, danach als selbständiger Ingenieur fort.

In seinen pazifistischen Bestrebungen zur friedlichen Erforschung des Weltraums verweigerte sich Schmiedl allerdings jeglichen Angeboten zur Förderung mit militärischem Hintergrund. So schien ihm die Nutzung der Raketentechnik am aussichtsreichsten für die Postbeförderung. „Endziele dieser meiner Raketenflugversuche sind Raketenpost und Weltraumflug“, schrieb er in Rot auf einen seiner ersten Erinnerungsbriefe.
rakete-1928-02
Diese Belege aus dünnem gefalteten Papier mit Beschriftung und Illustration einer Rakete sowie fortlaufender Nummerierung begleiteten und dokumentierten seine frühen Versuchsreihen. Als Sammlerstücke für Liebhaber sollten sie zur Kostendeckung der Experimente beitragen.

Die frühesten Belege sollen laut „Rocket Mail Catalog“ von Ellington-Zwisler am 27. oder 28. Mai 1928 mit dem Höhenballon von den Grazer Murauen aufgestiegen sein. 200 fortlaufend nummerierte Exemplare entstanden aus den Papierbogen, beklebt mit Briefmarke zu 15 Groschen und privater Vignette, entwertet durch den Grazer Flugpoststempel vom 10. Juni 1928, ergänzt mit einem Luftpostaufkleber und zweizeiligen Zusatzstempel „Geflogen mit Höhenballon-F.S.1“. Der Brief mit laufender Nummer 73 wurde zuletzt bei Cherrystone / USA als „World’s First Stratosphere Mail Flight“ für 1100 Dollar zugeschlagen. Die etwas fleckige Nummer 93 startete im April 2018 beim Auktionshaus Felzmann zu 300 und schoss bis auf 850 Euro.
rakete-1928-01
Die ersten dreieckigen Schmiedl-Vignetten tragen in grobem schwarz-orangefarbigem Druck eine kleine Ballondarstellung, die Beschriftung „Hochflugpost 3 Groschen FS 1“ und eine Höhenangabe von mehr als 16 000 bis 18 200 Meter. In der Folge unternahm Schmiedl Versuche, vom Stratosphärenballon aus Raketen zu starten, um Treibstoff zu sparen und noch größere Höhen zu erreichen. Wie es heißt, blieben hier zwar die Erfolge aus, aber seine Experimente brachten wichtige Erkenntnisse zur weiteren Erforschung der Atmosphäre.
rakete-1928-flug-lot6

Wertvolle Visionen zur Raumfahrt

Ab 3. Juli 1928 startete Friedrich Schmiedl seine Versuchsraketen „V1“ und „V2“ auf dem Gebirgszug Schöckl nördlich von Graz. Dort hatte schon der deutsche Universalgelehrte und Astronom Johannes Kepler (1571-1630) Forschungen betrieben, während seiner Zeit als Landschaftsmathematiker des Landes Steiermark und Mathematiklehrer an der protestantischen Stiftsschule in Graz (1594 bis 1600).

Schmiedl hatte hier seit 1924 Tests mit Raketen unternommen, um fotografische Luftaufnahmen aus großer Höhe zu ermöglichen. Doch erst bei den Starts im Sommer 1928 waren dünne Papierbogen eingeplant, aus denen anschließend jeweils 19 nummerierte signierte Erinnerungsbriefe gefertigt wurden. Die Nummer 10 von V1 brachte 2017 einen Zuschlag von 1400 Dollar; Nummer 11 der Rakete V2 wurde auf 2200 gesteigert.
rakete-1928-bf10-2c1

rakete-1930-bf6-6C1Höchst begehrt zeigen sich 2017 auch die Originale der je 18 ähnlichen Faltbriefe von den Testflügen der Raketen V3 und V4, die auf den 6. März 1930 datieren und 1300 bis 1500 Dollar einspielten. Die höchsten Gebote brachten zwei Souvenirs vom 14. Mai 1930, dem 28. Geburtstag von Friedrich Schmiedl. 4750 Dollar wurden für die Nummer 6 von 16 bewilligt, die damals mit der V5 flogen und in roter Handschrift den visionären Text tragen:
„… Es ist theoretisch möglich, mit Raketen Briefpost in cca 40 Minuten von Europa nach Amerika zu befördern.
… Es ist theoretisch möglich, mithilfe von Raketen jeden beliebigen Punkt der Erdoberfläche in weniger als 1 Stunde zu erreichen.
… Es ist theoretisch möglich, daß wir mithilfe von Raketen unsere Erde verlassen können: Weltraumflug. Schmiedl.“

rakete-1933-05-C-rxr1Diese Beschriftung ist auch auf dem Rand der Blockausgabe 401 von Paraguay wiedergegeben, die am 13. April 1984 in der Reihe „Pioniere der Raumfahrt“ erschienen ist. Die enthaltene MiNr. 3751 trägt ein Porträt des österreichischen Ingenieurs neben einer Rakete und drei der wichtigsten Daten seiner Experimente zur Postbeförderung. 

rakete-1930-03
Ebenfalls auf 4750 Dollar kam der Erinnerungsbrief Nummer 2 von 15, die gleichfalls am 14. Mai 1930 mit der Rakete V6 befördert werden sollten. Die Beschriftung nennt als technische Daten einen Startwinkel von 55 Grad, Treibgasgeschwindigkeit circa 200 Meter pro Sekunde, Ausstattung mit Höhenmessinstrument, Radioeinrichtung, Andruckregistrierung. Aber laut dem roten diagonalen Handstempel war der „Raketenflug ‚V6‘ misslungen“.

rakete-1931-V7-7C1Versuchspost per V7 und mehr

Zu einem großen Erfolg sollte der Start der ferngesteuerten Versuchs-Postrakete „V7“ am 2. Februar 1931 auf dem Schöckl werden. Sie war 8,80 Meter hoch, erreichte eine Höhe um 1000 Meter und transportierte 102 Belege etwa drei Kilometer weit in Richtung Sankt Radegund, wo sie plangemäß mit einem Fallschirm landete. Die Sendungen in Form von Umschlägen oder Karten wurden mit Österreich-Freimarken versehen, die Schmiedl einzeln beschriftete und nummerierte, gestempelt mit einem violetten Rechteck „V7“ und datiert. Zwischen 550 und 2100 Dollar gaben Liebhaber 2017 für solche Stücke vom „World’s First Rocket Mail Flight“ aus.

rakete-1971-schm-bf-sig1
Auch zu diesem posthistorischen Datum lassen sich preisgünstige spätere Belegmöglichkeiten finden. Zum 40. Jahrestag setzte die österreichische Post am 2.2.1971 in St. Radegund bei Graz einen Sonderstempel „40 Jahre Raketenpost / Ing. Friedrich Schmiedl / Schöckel – Radegund / V7“ ein, dem privaten Stempel mit Signatur von Schmiedl nachempfunden. Die Hermann-Oberth-Gesellschaft beförderte dazu Nachdrucke der Raketen-Flugpostkarten vom 2.2.1931 mit ihrer Versuchsreihe 2/71.

Dutzende weiterer erfolgreicher Postraketenstarts Schmiedls sind aus den folgenden Jahren bis Dezember 1935 dokumentiert. „Geflogen mit Registrier-Rakete 21 April 1931“, berichtet der Gummistempel über der Frankatur von 79 Briefchen und Karten, von denen laut Ellington-Zwisler wenige erhalten blieben. Ein solches Stück wurde 2018 bei Felzmann nach Ausruf zu 750 erst bei 1800 Euro zugeschlagen.

rakete-1931-04
Am 9. September 1931 wurden 333 Poststücke mit der Rakete R1 vom Berg Hochtrötsch mehrere Kilometer weit nach Semriach befördert. Ein etwas lädierter Umschlag aus Wien von diesem Flug, der mit violetter Vignette und roten Stempeln weiter über Graz nach Salzburg lief, ist in der Publikation „Friedrich Schmiedl – Ein Raketenpionier aus Graz“ erwähnt. 84 Belege entstanden am 28. Oktober 1931 mit Gummistempel „Geflogen mit Postrakete V8“ und handschriftlichem Vermerk „Nachtflug“ von St. Peter zum Grazer Feld.
rakete-1961-schm-jubf-1-pix
Die Philatelistische Gesellschaft Graz ehrte den Raketenpionier zum 30. Jubiläum mit Erinnerungsstücken, darunter ein Vignettenblock nach Schmiedls Entwurf mit Inschrift „Vor 30 Jahren Start der ersten Postrakete mit postamtlicher Briefweiterbeförderung“. Die Post trug einen Sonderstempel in lilaroter Farbe bei, auf Souvenirumschlägen zu finden.
rakete-1933-schm-1s-KB-UWie das Austria-Forum berichtet, schlug Schmiedl die Raketenpost für den Brieftransport zwischen Dörfern in Gebirgsregionen und zwischen den großen Hauptstädten der Welt vor. Er plante sogar, eine eigene Raketenpostlinie Laibach-Graz-Basel zu eröffnen. Die Funktionäre der Post konnte er aber nicht davon überzeugen. 1935 wurden seine Versuche durch zwei gesetzliche Änderungen beendet: Die Verwendung von privaten „Wertmarken“ wie die Raketenpost-Vignetten wurde von der österreichischen Post untersagt und der Besitz von Sprengstoff wurde unter Todesstrafe verboten. Als ein militärisches Interesse an den Forschungen Friedrich Schmiedls erwachte, verweigerte er jede Zusammenarbeit und vernichtete all seine Unterlagen.

Zu seinen späteren Auszeichnungen und Ehrungen zählen der Ehrenring des Landes Steiermark, das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark und die Hermann-Oberth-Medaille 1971, die ihm als Zeichen der Anerkennung durch den Raketenforscher Wernher von Braun überreicht wurde. Nach seinem Ableben 1994 hinterließ er der Stadt Graz ein Vermögen, um mit der „Ing. Friedrich Schmiedl – Stiftung“ die Möglichkeit zu schaffen, durch visionäre und unkonventionelle Ideen in seinem Sinn Verbesserungen und Erleichterungen der Kommunikation und Information im Regionalbereich Graz zu fördern.

Mehr Wissenswertes über Friedrich Schmiedl und seine Nachfolger in aller Welt hat der Experte und BPP-Prüfer Walter Michael Hopferwieser in seinem aktuellen Handbuch und Spezialkatalog „Pionierraketenpost und kosmische Post“ zusammengestellt (Verlag Christine Steyrer). Der Bericht von Michael Burzan erscheint im Juni 2018 im „Briefmarkenspiegel“ und im britischen „Philatelic Exporter“.

rakete-1992-05-CBlock 262 der Malediven erinnerte am 1. Dezember 1992 verspätet an den 90. Geburtstag von Friedrich Schmiedl. Der Blockrand trägt ein Foto des Raketenstarts mit Angabe „First rocket mail July 3rd, 1928“, darunter eine Reproduktion seines „Raketenflug-Erinnerungsbrief Nr. 09“. 

Der Schöckl / grotesqueverlag (2012)

Deutschlandfunk  

Wikipedia

König Rudolf I. – Dem ersten gekrönten Habsburger zum 800. Geburtstag

01 Dienstag Mai 2018

Posted by Burzan/Kurtz in Fundstücke, Uncategorized, Zeitgeschichte

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Schlagwörter

Österreich, Böhmen, Burgtheater, Deutschland, Franz Grillparzer, Großpfennig, Habsburger, Kärnten, König Ottokar II, König Rudolf I, Medaille 1882, Numismatik, Pfennig, Prägung, Reitersiegel, Schlacht von 1278, Schweiz, Silbermünze, Sondermarke, Steiermark, Uraufführung, Wien

Es hat einige Jahrhunderte gedauert, bis die kleine Adelsdynastie der Habsburger von der bescheidenen Habsburg im heutigen Schweizer Kanton Aargau zur mächtigsten Herrscherfamilie Europas aufstieg.
Habsburg-merian-1642-1-c1Ihr erster bedeutender Vertreter war Graf Rudolf IV., der am 1. Mai 1218 zur Welt kam und 1273 zum römisch-deutschen König Rudolf I. gewählt wurde.
Aus seiner Regierungszeit sind einige interessante Münzprägungen erhalten.numis-austria-12xx-habsbg-pfennig-2

Pfennig des Rudolf von Habsburg, 1273-1291.
Der gekrönte König thront auf der Vorderseite mit Zepter und Reichsapfel,
das rechte Bein überschlagend. Rückseitig im Dreieck eine Büste des heiligen Reinoldus zwischen Schrägkreuzen.
(Zuschlag 80 Euro u.V. bei Künker).
Drei Varianten von Großpfennigen:

Rudolf von Habsburg, Kr 65.1
*RVDOLPh‘    . ROM . REX
VRBS . AQVENSIS . VINCE

Rudolf von Habsburg, Kr 65.6, nicht editiert
*RVDOLPh‘    ROM . REX
VRBS . AQVENSIS . VINCE

Rudolf von Habsburg, Kr 65.7, nicht editiert,
Variante ohne VINCE
Quelle: www.aachen-muenzen.com

Die Republik Österreich würdigte König Rudolf von Habsburg 1991 mit einer Silbermünze zu 100 Schilling.numis-austria-1991-habsbg-1-bl1numis-austria-1991-habsbg-2-bl1

Geschichte schrieb Rudolf I. von Habsburg am 26. August 1278, als das Schicksal Österreichs für die nächsten Jahrhunderte entschieden wurde. Durch die Marchfeldschlacht verlagerte sich das politische Hauptgewicht in Mitteleuropa von Böhmen und Prag auf Österreich und Wien. In dieser denkwürdigen militärischen Auseinandersetzung auf dem Schlachtfeld von Dürnkrut und Jedenspeigen wurde der böhmische König Ottokar II., damals auch Herzog von Österreich, der  Steiermark, von Kärnten und Krain, von Rudolf von Habsburg besiegt und kam ums Leben.
numis-austria-1978-Rudolf-I
100 Schilling „700. Jahrestag der Schlacht bei Dürnkrut und Jedenspeigen“. 

Zum Gedenken an diesen Wendepunkt von historischer Bedeutung erschien 1978, 700 Jahre später, eine silberne Sondermünze zu 100 Schilling mit Brustbild von Rudolf I. vor der Schlachtszene im Marchfeld, sowie eine Sondermarke zu drei Schilling (Michel-Nr. 1580). In der Art hochmittelalterlicher Reiterbilder stellt das Motiv von links König Ottokar von Böhmen dar, der die Helmzier des Königreichs Böhmen trägt. Auf Banner, Waffenrock und Roßdecke sieht man den böhmischen silbernen Löwen auf rotem Grund. Rechts erscheint König Rudolf von Habsburg mit dem gekrönten Topfhelm. Sein Schild und Waffenrock, die Rossdecke und das Banner sind mit dem schwarz-roten Reichsadler auf goldenem Grund geschmückt. Diese Darstellung soll die Gegner der Marchfelder Schlacht symbolisieren, deren direkte Begegnung auf dem Schlachtfeld allerdings nicht stattfand. austria-1978-schlacht-1

Als Vorbilder für die grafische Gestaltung dienten Miniaturen jener Zeit
und das große Reitersiegel von König Ottokar.
numis-austria-1978-Siegel-ottokar-x1

Eine literarische Umsetzung schuf Franz Grillparzer (1791-1872) mit seinem Trauerspiel „König Ottokars Glück und Ende“, das am 19. Februar 1825 seine Uraufführung im Wiener Burgtheater erlebte, bis heute von vielen weiteren Inszenierungen gefolgt.

numis-austria-medal-1282-1882-wik1.jpg

Wikipedia zeigt eine Medaille von Scharff aus dem Jahr 1882, die zur Feier des 600. Jubiläums der Habsburger Monarchie an den Hoftag von Augsburg von 1282 erinnerte.

Quellen :

Austria-Forum / Post Austria

www.habsburger.net

Rudolf I von Habsburg wird König

Wikipedia

 

 

 

Trauer um Avicii / Tim Bergling

20 Freitag Apr 2018

Posted by Burzan/Kurtz in Fundstücke, Musik, Uncategorized, Zeitgeschichte

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Schlagwörter

Australien, Autogramm, Avicii, Briefmarke, Coca Cola, Dance, DJ, ebay, EDM, Hey Brother, Levels, Markenheftchen, Pop-Export, PostNord, Produzent, Schweden, signiert, Tim Bergling, Tod, Wake me up, Welthits

Ein Schock für die junge Dance- und Musikszene: Im Alter von nur 28 Jahren wurde der schwedische DJ und Musikproduzent Tim Bergling tot aufgefunden, wie die Medien am 20. April 2018 berichten.
Focus Bericht 20.4.2018

avicii-sig-02avicii-sig-04avicii-sig-03Sprunghaft sind daraufhin die Kurse nach oben geschossen, die Fans auf Ebay für handsignierte Original-Autogramme mit seinem Namens-Signet als Erinnerungsstücke bewilligen.B_GrundDie schwedische Post hatte am 15. Januar 2015 bereits eine selbstklebende Briefmarke mit seinem Bild in der Serie „Schwedische Pop-Exporte“ herausgegeben (Michel-Nr. 3030).
PostNord Serien-Ankündigung

avicii-sig-01-x1

Wem die eingängigen großen Welthits der Electronic Dance Music (EDM) von Avicii wie „Hey Brother“, „Wake me up“ oder „Levels“ entgangen sein sollten, der wird zumindest einmal die Werbe-Melodie „Taste the Feeling“ für Coca-Cola gehört haben, die er 2016 mit dem australischen Sänger Conrad Sewell (* 31. März 1988, Brisbane) herausgebracht hatte. In Frankreich wurde dazu sogar eine eigene Flaschen-Edition aufgelegt…

avicii-coke-02-edit

avicii-coke-01

In Österreich ist die Erinnerung an Avicii seit seinen Auftritten und DJ-Sets 2013 bis 2015 in der Wiener Krieau und beim Grazer Lake Festival  in besonderer Erinnerung geblieben…

avicii-Graz-2014-1
avicii-kleineZtg-00
avicii-kleineZtg-01

Schöner Schein: 0-Euro-Noten mit österreichischen Motiven

16 Montag Apr 2018

Posted by Burzan/Kurtz in Fundstücke, Musik, Uncategorized, Zeitgeschichte

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Schlagwörter

2017, Alpenzoo, Auflage, Ausgabe, Ausverkauf, Österreich, Banknote, Bauwerke, Big Ben, Brexit, Briefmarkenspiegel, Druckerei, EIsenstadt, Euro, Hologramm, Hundertwasser, Innsbruck, Joseph Haydn, Kunsthaus, limitiert, Mozarthaus, Museum, Noten, Null, Oberthur, Rückseite, Richard Faille, Salzburg, Sammlung, Schöner Schein, Sehenswürdigkeit, Shop, Souvenir, Tourismus, Vorderseite, Wasserzeichen, Werbung, wertlos, Wien

In heutigen Zeiten virtueller Währungen erlebt man immer wieder, dass gigantische Werte „aus dem Nichts“ entstehen können. Dennoch mag man es für einen Scherz halten, dass Scheine im Banknoten-Look mit Wertangabe von 0 Euro reißenden Absatz finden. Inzwischen verbreitet sich dieser Trend auch in der Alpenrepublik.

0-euro-2017-alpenzoo-1-b

Vom Alpenzoo Innsbruck zum Wiener Kunsthaus

Die ersten österreichischen Ausgaben stammen aus dem Jahr 2017. Den Anfang machte der Alpenzoo Innsbruck mit seiner Erstausgabe als 0-Euro Souvenir Schein in Höhe von 10.000 Stück, der Tierporträts mit Steinbock und Luchs zeigt. Inzwischen ist 2018 eine zweite Auflage erschienen, erkennbar an der geänderten kleinen Jahreszahl rechts neben der Europaflagge unter „ALPENZOO“ und rückseitig dem Turm von Belém statt Big Ben.

https://twitter.com/twitter/statuses/855114076959244289

0-euro-2017-mozart-1-b

Auch das Mozarthaus in Salzburg ließ 2017 eine limitierte Auflage von 10.000 Exemplaren produzieren. Sie scheint noch zum günstigen Ausgabepreis von zwei Euro erhältlich zu sein.
Mozarthaus Souvenir-Note

0-euro-2017-hundertw-01

Das KUNST HAUS WIEN (Hundertwasserhaus), ein von Friedensreich Hundertwasser gestaltetes Museum, bietet seine  0-€uro Souvenir-Scheine seit 2017 in limitierter Auflage von 5000 im Museumsshop sowie Online zum Preis von 15 Euro für fünf Stück an.
(museumshop@kunsthauswien.com, www.kunsthauswien.com)
Kunsthaus Wien Null-Scheine

0-euro-2018-Haydn-1-b

Im April 2018 erschien der erste Null-Euro-Souvenir-Schein im Burgenland: Eisenstadt gab die Edition heraus, vorderseitig mit einem Porträt von Joseph Haydn, Noten einer Komposition und dem Zitat „Meine Sprache verstehet man auf der ganzen Welt“. Die Auflage ist auf 5000 Stück limitiert.
www.krone.at

0-euro-ruecks-03

Das Konzept der 0-Euro-Scheine kreierte der Franzose Richard Faille, der zuvor bereits ein immenses Sortiment an Erinnerungsmedaillen in Umlauf gebracht hatte. Die Papier-Souvenirs werden seit 2015 in seinem Auftrag von der französischen Wertdruckerei Oberthur Technologies auf Spezialpapier gedruckt und weisen Sicherheitsmerkmale auf, die auch für Banknoten typisch sind: Wasserzeichen und Metallstreifen, Hologramme und Durchsichtsregister, fluoreszierende Farbe, Mikroschrift und eine fortlaufende Kontrollnummer mit vorangestellten Kennbuchstaben. Oberthur gilt als drittgrößtes Unternehmen der Welt für die Herstellung von Banknoten und produziert seit einigen Jahren auch echte Euro-Scheine für Deutschland, Finnland, Frankreich, die Niederlande, Slowakei, Slowenien und weitere Staaten.

Das Format der violetten Souvenirdrucke beträgt einheitlich 135 mal 74 Millimeter. Die Vorderseiten sind nach Wünschen der jeweiligen Auftraggeber gestaltet, in der Regel mit Attraktionen und Sehenswürdigkeiten bedruckt, die für den Tourismus werben und auf Freizeitparks, Museen oder Zoos verweisen. Die einheitlichen Motive der Rückseiten zeigten 2015 zunächst französische Bauwerke – Eiffelturm und Notre-Dame in Paris, den Mont-Saint-Michel im Norden und den Pont du Gard im Süden. 2016 erfolgte die Umstellung auf Bauten aus europäischen Ländern, darunter das Brandenburger Tor sowie das „Manneken Pis“ aus Brüssel. Nachdem Großbritannien den „Brexit“ beschlossen hatte, wurde Mitte 2017 der Londoner „Big Ben“ durch den Turm von Belém bei Lissabon ausgetauscht. Inzwischen verbreiten sich die Null-Noten wie ihre Darstellungen durch Lizenznehmer über ganz Europa.

Auch wenn als Nominalwert Null Euro angegeben sind, kosten die Souvenirscheine schon bei Erscheinen ein paar Euro. Dass viele Interessenten bereit sind, die Startpreise zu bezahlen, zeigen die raschen Ausverkäufe bei etlichen Sorten. Die Auflagezahlen bewegen sich überwiegend zwischen 5000 und 20 000 Stück. Sind sie bei den Herausgebern vergriffen, werden die Kurse von Angebot und Nachfrage bestimmt. Nachauflagen kommen vor, werden aber durch unterschiedliche Nummerierung gekennzeichnet.

0-euro-mix-D-1-ibi

In Deutschland umfasst inzwischen eine komplette Sammlung deutscher 0-Euro-Scheine rund 100 Sorten, für die bereits mehr als tausend Euro verlangt werden. Der teuerste Problemfall ist die Ausgabe „MSV DUISBURG“ von 2016, für die schon mehrere Hunderter bezahlt wurden. Ein Stromanbieter nutzt sie als exklusive Prämie bei Vertragsabschlüssen, daher kam bisher nur ein Bruchteil der 5000er-Auflage auf den Markt. Für zwei Stücke mit aufeinanderfolgenden Nummern erwartete ein Internet-Anbieter allen Ernstes 1600 Euro … Doch da hört der Spaß für Liebhaber offenbar noch lange nicht auf – ein Katalog und Albenblätter sind bereits erschienen…

Michael Burzan

Links :
Michael Burzan: Artikel im Briefmarkenspiegel April 2018
Der Standard (2017)

= = =

Butoh – Japanisches Tanztheater in Graz: Die Falle Digitalisierung

13 Freitag Apr 2018

Posted by Burzan/Kurtz in Film, Fundstücke, Literatur, Musik, Uncategorized, Zeitgeschichte

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Schlagwörter

Aufführung, Auswirkungen, Butoh, Die Falle Digitalisierung, facebook, Graz, Oper, Resonant Complex, Tanztheater, Theater Feuerblau, VoiceInspiration, Workshop, YouTube, Yumiko Yoshioka

Im Juni 2015 hat Edwin Rainer auf seinem Youtube-Kanal „voice inspiration“ eine faszinierende Premiere filmisch dokumentiert, die seither schon mehr als 130.000 Aufrufe verzeichnen konnte:
„RESONANT COMPLEX“, ein Stück über „Die Falle Digitalisierung“ im Ensemble  mit und nach Choreographie von Yumiko Yoshioka (JP/DE). Die Uraufführung fand als internationale Tanzproduktion der Steirischen Kulturinitiative am 26. bis 28. Juni 2015 auf der Studiobühne der Oper in Graz statt.

Dazu heißt es: „Wir leben in einer analogen Welt, in der es eine endlose Menge an Farben, Tönen und Gerüchen gibt. Die Gemeinsamkeit aller analogen Signale ist die Unendlichkeit ihrer Möglichkeiten. Doch unsere analoge Kohlenstoff-Welt wird zunehmend von einer digitalen Schicht überlagert. Die digitale Evolution führt zum einem Verschwinden der Dinge, nur ihr Abbild bleibt. Resonant Complex beschäftigt sich mit den Möglichkeiten, Herausforderungen und gefahren, die dieser Paradigmenwechsel mit sich bringt.“

Welche Auswirkungen entstehen für unsere Leben?
Was bewirkt das Verschwinden der dinglichen Welt in uns?
Und was ist, wenn jemand den Stecker zieht?

Bericht zur Aufführung auf www.achtzig.com
Zu Hintergründen des Butoh auf Wikipedia

Daten zu den aktuellen Butoh Workshops 2018 von Yumiko Yoshioka:

auf Facebook

Weitere Infos zur Veranstaltung :

    Link

    Butoh Workshop mit Yumiko Yoshioka im Mai 2018 

    (Theater Feuerblau lädt internationale Theater- & Tanzschaffende nach Graz)

    „Unser Körper ist ein Auffangbecken der Zeit und seine längst vergessenen Erinnerungen können wir durch Tanz wieder erwecken. Durch die Erforschung unserer Vergangenheit bis hinunter zu einem Stadium von Kollektivgedächtnis können wir die Quelle der vorhandenen Ressourcen erreichen, die das Wesentliche unseres Lebens bereichern können. Ich möchte diese vergessenen Erinnerungen aktivieren, indem ich mich auf unseren inneren Kern, unsere Ki-Energie und dessen Zirkulation konzentriere.“

Homepage von Yumiko Yoshioka

 

ESC 1956: Freddy Quinn – Vom Start mit Rock’n’Roll zum Publikums-Liebling

12 Donnerstag Apr 2018

Posted by Burzan/Kurtz in Film, Fundstücke, Musik, Uncategorized, Zeitgeschichte

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Schlagwörter

Archiv, Autogramm, Österreicher, Casino, ESC, Eurovision, Freddy Quinn, Grand Prix, Karriere, Kinofilm, Kursaal Lugano, Museum, Rathaus, Rock'n'Roll, Schallplatten, So geht das jede Nacht, Sonderstempel, Star, Wien

1956-D-freddy-6x-1x

Was viele nicht wissen: Mit Freddy Quinn (geboren am 27. September 1931 als Franz Eugen Helmuth Manfred Nidl) war schon 1956 ein Österreicher Teilnehmer des ersten Grand Prix Eurovision de la Chanson – er ging aber für Deutschland ins Rennen. Österreich startete erstmals 1957 mit Bob Martin in diesem Lieder-Wettbewerb.

1956-D-freddy-P-schellack2
1956-D-freddy-EP-1
1956-D-freddy-P-bertels1

1956-CH-kur-55-1x-c1
Mit seinem Titel „So geht das jede Nacht“ brachte Freddy Quinn den gerade erst aufkommenden Rock’n’Roll zu Gehör – im gepflegten Umfeld des Casino Kursaal Lugano sicher eine Überraschung, für manche wohl ein akustischer Schock…

Seine steile Karriere zum über Jahre beliebtesten Star in Deutschland auf Schallplatten, in Kinofilmen und auch in Fernsehserien stand da erst am Anfang…

1956-D-freddy-sig-x-19xxx
1956-D-freddy-sig-x-19xx-x1

Wenig bekannt ist, dass die österreichische Post im Dezember 1963 einen Sonderstempel einsetzte, als Freddy vor dem Wiener Rathaus Weihnachtslieder aus seiner damaligen Schallplatte präsentierte …

1956-D-freddy-sst-63-03x

Zwei von 14 Kino-Filmen mit Freddy aus 1957-1983:

1956-D-freddy-1961-film1x
1956-D-freddy-1962-film1x

Eine Biografie von Elmar Kraushaar ist 2011 erschienen :
Rezension „Freddy Quinn: Der verlorene Sohn“

Rückzug aus der Öffentlichkeit

In Wien hat ein privates Freddy-Quinn-Archiv & Museum Souvenirs aus seinem Leben zusammengetragen:

Freddy-Quinn-Archiv
Freddy Quinn erzählt aus seinem Leben

= = =

Leo Heppe alias Bob Martin: Österreichs Erster beim Grand Prix Eurovision 1957

08 Sonntag Apr 2018

Posted by Burzan/Kurtz in Fundstücke, Musik, Orchester, Uncategorized, Zeitgeschichte

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Schlagwörter

1957, Andrea, Autogramm, Österreich, Barclay, Bob Martin, Chor, Dalida, Die Blauen Jungs, E-Musik, ebay, ESC, Fernsehen, Film, Frankfurt, Grand Prix Eurovision, Heimatfilm, Königssee, Leo Heppe, Montecarlos, Polydor, Quartett, Quincy Jones, Rarität, Sänger, Schallplatte, Schlager, Sibirien, Teilnehmer, Tino Rossi, Tirol, U-Musik, Vinyl, Western, Wiener Staatsoper, Wohin kleines Pony

Mit seinem Western-Lied „Wohin, kleines Pony?“ nahm Leo Heppe unter seinem Künstlernamen Bob Martin am 3. März 1957 erstmals für Österreich an der zweiten Ausgabe des Grand Prix Eurovision de la Chanson (heute ESC / Eurovision Song Contest) in Frankfurt am Main teil.

Es war ein enttäuschender Start für Österreich: Bei diesem Wettbewerb belegte er mit drei Punkten nur den letzten Platz… Das schwache Resultat sorgte wohl dafür, dass eine Schallplatten-Aufnahme des Liedes damals nicht veröffentlicht wurde. Als Rarität soll 2016 ein Einzelstück als private Vinyl-Pressung der überarbeiteten Tonspur aus der Fernsehaufzeichnung von 1957 bei ebay nach Start zu 20 $ für 327 US-Dollar (ca. 260 Euro) versteigert worden sein.

Sein mageres Abschneiden beim Grand Prix 1957 sollte aber nicht den Eindruck erwecken, der Interpret sei ein erfolglos geblieben – im Gegenteil! Er war ein recht populärer Wanderer zwischen den Welten der „ernsten E-Musik“ und der „U-Musik“ der Unterhaltungsmedien.

1957-Ö-bobM-1-sig-xr1

Geboren wurde Bob Martin als Leo Heppe am 7. Juni 1922 in Krasnojarsk, Sibirien. Wenige Jahre später fand die Familie in Österreich eine neue Heimat. Leo wurde zu einem vielseitigen Sänger, zunächst ab 1946 an der Wiener Volksoper, der nach Abschluss der Musikakademie von 1951 an bis zu seiner Pensionierung 1982 hauptberuflich im Chor der Wiener Staatsoper tätig war. So wirkte er an Schallplatten-Aufzeichnungen von Opern und Operetten mit, die teils heute noch in Neuauflagen erhältlich sind.

1957-Ö-bobM-pl-bx1

Er engagierte sich aber auch in vielen anderen Musikrichtungen. So war er Mitglied des erfolgreichen Schlager-Quartetts „Die Montecarlos / Die blauen Jungs„. 1957 spielte er in diesem Ensemble an der Seite von Grethe Weiser in der Neuverfilmung des Filmklassikers „Einmal eine große Dame sein“. Sieben weitere Filme wurden von der Gesangsgruppe bis 1960 musikalisch begleitet, darunter „Mein Schatz ist aus Tirol“ und „Schön ist die Liebe am Königssee„. „Andrea“, der erste Erfolgstitel des Quartetts von 1956, war 1957 im Film  „Kindermädchen für Papa gesucht“ zu sehen:

https://www.youtube.com/watch?v=pMjX8x7GLVM

1957-Ö-bobM-part-bxc1

Aus Anlass des 60. Eurovision Song Contest 2015 in Wien berichtete die Österreichische Akademie der Wissenschaften über das Leben von Leo Heppe alias Bob Martin:

„Ich will nur singen …“

Wie unsere Recherchen und Beispiele zeigen, war Bob Martin auch im europäischen Ausland auf Schallplatten vertreten, an der Seite berühmter Musiker wie Quincy Jones oder Dalida. Eine interessante Zusammenstellung mit Veröffentlichungen von Bob Martin & Co. bietet das Forum Rock’n’Roll-Schallplatten unter Bob Martin

1957-Ö-bobM-pl-dxc

Nach seinem Tod am 13. Januar 1998 in Wien wurde Bob Martin unter seinem Geburtsnamen Leo Heppe am Ottakringer Friedhof bestattet (Gruppe 35, Reihe U11, Nummer 16).

https://www.youtube.com/watch?v=pSMphiUen-s

1957-Ö-bobM-pl-exc

Kurtz-Geschichten, Raucher und die Austria-Tabakregie

07 Samstag Apr 2018

Posted by Burzan/Kurtz in Arthur Kurtz (1860-1917), Familiengeschichte, Fundstücke, Heinrich Kurtz (1784-1831), Uncategorized, Zeitgeschichte

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Schlagwörter

Arthur Kurtz, Austria Tabak, Baden bei Wien, Bobrka, Deutschösterreich, Fähnrich, Galizien, Heinrich Kurtz, Karikatur, Kolonisten, Lemberg, Ottoman, Raucher, Tabak, Tabakfabrik, Tabakkultur, Tabakregie, Trafik, Weinbergen, Werbung, Winniki, Wynnyky, Zigarettenpapier, Zigarre

Über die beruflichen Tätigkeiten von Heinrich Kurtz (1784-1831) erfährt man:

„Er hatte sich der ärztlichen Laufbahn gewidmet, nahm an den Franzosenkriegen teil und zeichnete sich als Fähnrich bei der Einnahme einer feindlichen Batterie aus, wofür er als Anerkennung von der kaiserlich-österreichischen Regierung einen Tabak-Hauptverlag in Polen erhielt.“ (Dr. Adalbert Krause, Admont).

1784, im Jahr seiner Geburt, wurde die Österreichische Tabakregie unter Joseph II. (1741-1790) als Vollmonopol für alle österreichischen Länder gegründet. Ziel war unter anderem die Versorgung von Kriegsinvaliden, die bei der Zuteilung der „Verschleißstellen“ bevorzugt wurden: eine Trafik für einfache Soldaten, ein Großhandel für Offiziere. Daneben wurden auch schuldlos verarmte Beamte auf diese Weise versorgt. (Wikipedia).

Spuren von Heinrich Kurtz in dieser Tätigkeit konnten wir bisher noch nicht finden. Es ist anzunehmen, dass es sich um einen Tabak-Vertrieb in der Nähe seines damaligen Wohnortes Bobrka in Galizien handelte. Etwa 30 Kilometer entfernt lag eine damalige Zentrale des österreichischen Tabakanbaus und der Weiterverarbeitung: in Winniki, auch Weinbergen genannt, heute Wynnyky, Ukraine, südöstlich am Rand der Hauptstadt Lemberg gelegen.

tabak-kultur-buch-1-xc1
tabak-kultur-buch-2-xc1

„1772 kam der Ort unter österreichische Herrschaft (im Königreich Galizien und Lodomerien), damit wurde Winniki am Ende des 18. Jahrhunderts ein Zentrum der Produktion von Tabak, dieser Wirtschaftszweig blieb bis heute die wichtigste Einnahmequelle. Im Jahr 1779 wurde im Ort die Lemberger Tabakfabrik gegründet, die im 19. Jahrhundert zwischen 500 und 1000 Menschen beschäftigte. Im Jahre 1785 kam es auch zu einem Zuzug von deutschen Kolonisten, diese nannten den Ort angelehnt an den slawischen Namen Weinbergen.“ (Wikipedia)

austria-1984-tabak-1

Zwei Jahrhunderte Austria Tabak

Zum 200. Jahrestag der Austria Tabak erschien 1984 eine Sondermarke zu 4,50 Schilling, die eine Zigarrenschleife mit einer Tabakpflanze zeigt. Dazu berichtete die Post:

Am 8. Mai 1784 erfolgte die Kundmachung des Tabakpatents Kaiser Franz Josephs II. Damit wurde das bis dahin verpachtete Tabakgefälle in staatliche Verwaltung übertragen. Das Unternehmen Austria Tabak trug damals den Titel „K.K. Tabak – Gefällen-Kammerialdirection“ und hatte seinen Sitz im ehemaligen Artilleriezeughaus auf der Seilerstätte in Wien.

austria-1919-cigarett-3-A

Drei Werbeblättchen mit Freimarken Deutschösterreich 1919 und Reklame für „PAPIER Á CIGARETTES OTTOMAN – Made in Austria“ (Briefmarken Fischer, philasearch).

Die offiziellen Verkaufsstellen für Tabakprodukte, die Tabaktrafiken, gehen auch auf diese Zeit zurück. Die Organisation der Austria Tabak hat in ihrer 200-jährigen Geschichte umfangreiche Veränderungen erfahren. 1823 erhielt sie den Titel „K.K.Tabak und Stempel-Gefällendirektion“. 1828 wurde das Monopolgebiet auf Vorarlberg und Tirol ausgeweitet. Bis zum ersten Weltkrieg unterhielt die „Tabakregie“ 30 Fabriken, 17 Verschleißmagazine und 8 Einlöseämter in den wichtigsten Tabakanbaugebieten der Donaumonarchie. 

Kurtz-Arthur-1916-zigarre-R

Arthur Kurtz (1860-1917) zeichnete 1916 dieses in Baden b. Wien signierte Porträt eines Zigarren-Rauchers, vielleicht eine seiner letzten Skizzen, rechts unten zusätzlich mit einer kleinen Karikatur versehen. Ein weiteres Porträt mit einem Zigaretten-Raucher aus seinem Nachlass befindet sich in Familienbesitz.
kurtz-A-Raucher-02-xrc2

 

 

Conchita Wurst alias Tom Neuwirth – Österreichs Sieg beim ESC 2014

04 Mittwoch Apr 2018

Posted by Burzan/Kurtz in Galerien, Musik, Uncategorized, Zeitgeschichte

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Schlagwörter

1956, 2014, Abstimmung, Applaus, Österreich, Conchita Wurst, Dänemark, ESC, Eurovision, Fabrikhalle, Fans, Finale, Fotos, Gewinner, Grand Prix, In memoriam, Jury-Finale, Kopenhagen, Kunstfigur, Lugano, Lys Assia, Merchandising, Proben, Publikum, Rise like a Phoenix, Show-Arena, Sieger, Song Contest, Tom Neuwirth

Im Mai 2014 war es soweit: Österreich wurde nach dem Sieg von Udo Jürgens 1966 endlich wieder einmal Gewinner eines Eurovision Song Contest!

Es war für mich das Jahr, in dem ich erstmals den ESC live erleben wollte – ohne zu ahnen, welche Strapazen damit verbunden sind… Kopenhagen als Hauptstadt Dänemarks schien nicht allzu weit entfernt, zumindest näher als viele entlegenere Städte, in denen die Veranstaltungen dank ihrer jeweiligen Gewinner des Vorjahres abgehalten werden.

1956-lysAss-54-HörZx2-cret2

In memoriam: Lys Assia (geboren am 3. März 1924 als Rosa Mina Schärer; † 24. März 2018), die Gewinnerin des ersten Grand Prix Eurovision de la Chanson 1956 in Lugano für die Schweiz
(c: Archiv Burzan/PhilaTec).

Meine wieder erwachte journalistische Begeisterung für diesen europaweiten musikalischen Wettbewerb entstand vor allem durch die Feststellung, dass er im selben Jahr „geboren“ wurde wie ich – und sich jedes Jahr unseres Lebens seither in Liedern unterschiedlichster Stile aus verschiedenen Nationen und Kulturen in diesem Rahmen spiegeln lässt. Ein einzigartiges Kalendarium zur Entwicklung der Populärmusik und auch zur Geschichte des Fernsehens, wo der ESC inzwischen Hunderte Millionen Zuschauer und Fans in aller Welt findet. Aber wie sieht das Ganze „live“ vor Ort aus?

Der Online-Kartenkauf war schon ein Abenteuer für sich. Mit viel Glück gelang es, zumindest Tickets für die öffentlichen Proben am Nachmittag der Semi-Finals zu ergattern, die als „Family Finale“ oder am Vorabend als „Jury-Finale“ bezeichnet werden. Die Karte für das entscheidende, im Fernsehen übertragene „Grand Finale“ konnte ich erst am Mittag des Veranstaltungsdatums via Ebay ergattern und am Flughafen von Kopenhagen vom Anbieter übernehmen, der selbst einen besseren Platz ersteigert hatte …

DSCF3630-b
DSCF3632-bx
DSCF3633-b

Fans auf dem Weg – selten mit etwas Sonnenschein zwischen Regenschauern …DSCF3623-bMerchandising – das große Geschäft mit Souvenirs und Fan-Artikeln

DSCF3619-b
DSCF3592-bc

Mit passender Beleuchtung wurde aus der heruntergekommenen Fabrikhalle mit eilig montierten Aufbauten eine strahlende Show-Arena …

DSCF3617-bProbe-Abstimmung, um die Funktion der Video-Wände zu testen …

DSCF3604-b
DSCF3644-b
DSCF3656-b
DSCF3657-b
DSCF3650-b
DSCF3649-b

Das Publikum – aus allen Ländern für alle Finalisten immer begeistert dabei …

DSCF3584-bc1
DSCF3580-bc3

Die Kunstfigur „Lichtgestalt“ Conchita Wurst (alias Tom Neuwirth aus Oberösterreich, aufgewachsen in Bad Mitterndorf, Steiermark) überzeugte mit ihrem grandiosen Auftritt „Rise like a Phoenix“ auf dem Niveau eines James-Bond-Titelsongs, eroberte die Herze des Publikums und erhielt mit weitem Abstand verdient die meisten Stimmen. DSCF3658-bApplaus, Applaus!

Mein Fazit nach dieser Tour und einem Besuch beim folgenden Wiener ESC-Finale 2015: Es ist unabhängig vom Wetter, wesentlich stressfreier, gemütlicher und kostengünstiger, den Eurovision Song Contest vor dem Fernseher zu verfolgen, für den er an erster Stelle konzipiert wird … (und da kann man bei den grausigsten Beiträgen auch mal den Ton abschalten 😉

(Fotos: copyright Michael Burzan)

Heinrich Kurtz, Opfer der Cholera-Epidemie von 1830 bis 1832

26 Montag Mär 2018

Posted by Burzan/Kurtz in Ausstellungen, Familiengeschichte, Fundstücke, Heinrich Kurtz (1784-1831), Uncategorized, Zeitgeschichte

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Schlagwörter

1831, Arzt, Bayern, Berlin, Bobrka, Brody, Cholera, Cholera-Brief, Cholera-Präservativ-Frau, Cholera-Zeitung, Contumaz, Danzig, Desinfizierte Post, Epidemie, Feind in der Stadt, Galizien, Hamburg, Heinrich Kurtz, Hopfgarten, Karikatur, Krankheit, Kupferstich, Leipzig, Lemberg, München, Moritz Gottlieb Saphir, Nürnberg, New York, Peter Feuser, Postgeschichte, Prag, Rasteln, Räuchern, Sanitaets-Siegel, Seuche, Stadtarchiv, Stempel, Tübingen, Tote, Ukraine, Waldsassen

Der 1784 in Herzogenburg, Niederösterreich, geborene Militärarzt Heinrich Kurtz starb am 30. Juni 1831 in Bobrka, Galizien, mit 47 Jahren an der Cholera. Er war eines von Millionen Opfern, die durch die internationale Epidemie zwischen 1830 und 1832 ihr Leben verloren.

Eine Kurtz-Biografie berichtet über seine helfende Tätigkeit:

„Bei einer Cholera-Epidemie stand er Tag und Nacht ohne Rücksicht auf seine eigene Gesundheit den Schwerkranken unentgeltlich als Arzt helfend bei, dafür schenkten ihm die Adligen Polens ganze Wagen voll mit Lebensmitteln, die er aber wieder weiter an die Armen verteilte. In dieser aufopferungsvollen und selbstlosen Tätigkeit wurde er schließlich selbst von der Cholera ergriffen und eines Morgens tot aufgefunden. Er war als Arzt und Menschenfreund das Opfer heldenhafter, edler Nächstenliebe geworden.“

kurtz-heinr-1831-sterbebuch-2-xc1

Die vielfach tödlich verlaufende Krankheit breitete sich damals von Asien ausgehend in einer Epidemie über ganz Europa, nach Afrika und in die Vereinigten Staaten aus.

In Wien forderte die Cholera von 1830 bis zum Dezember 1831 rund 2000 Tote bei 330.000 Einwohnern. Ende Mai 1831 wurden die ersten Cholerafälle in Danzig und Königsberg gemeldet, von wo die Krankheit über Pommern und Posen bis nach Berlin, Magdeburg und Hamburg gelangte. „Bis Dezember 1831 waren allein in Berlin bei einer Einwohnerzahl von circa 240.000 insgesamt 2.249 Menschen erkrankt, von denen 1.417 den Tod fanden. In der 55.000 Einwohner umfassenden Stadt Danzig erlagen 1.076 von 1.471 Erkrankten der Seuche. Nach dem erneuten Aufkeimen der Krankheit im Jahr 1832 hatte alleine Preußen in den beiden Cholerajahren 1831 und 1832 rund 41.000 Opfer zu beklagen.“ (Lebendiges Museum Online, siehe Link). Insgesamt sollen rund 250.000 Deutsche 1831 durch die Cholera ums Leben gekommen sein. Im Juli 1832 starben täglich Dutzende Einwohner in New York (Wikipedia).

cholera-1832-ztg-mai-1-x2

Die Choleraepidemie 1831

Bobrka-1831-cholera-frau-1-xc1

„Portrait einer Cholera-Präservativ-Frau“, Karikatur einer Dame und ihrer Vorsichtsmaßnahmen, kolorierter Kupferstich, Nürnberg um 1830/1837, 
von Moritz Gottlieb Saphir (1795 – 1858),
Drucker: Peter Carl Geißler
© Deutsches Historisches Museum, Berlin (Inv.-Nr.: Do 65/1176)

In Galizien, wo Heinrich Kurtz tätig war, wurden erste Fälle der Cholera-Epidemie 1831 Mitte Januar bei Tarnopol und Czortkow festgestellt. Nach ersten Vorsichtsmaßnahmen erfolgte eine schwerwiegende Fehleinschätzung, dass es sich nicht um eine Epidemie handle und keine Ansteckungsgefahr bestehe.

Ein heftiger Ausbruch suchte Brody ab 5. Mai heim; die Großstadt Lemberg war ab 22. Mai betroffen; häufig unter der jüdischen Bevölkerung, aber auch in Kasernen grassierte die Krankheit. Selbst der kommandierende General der Provinz, Feldmarschall-Lieutnant von Stutterheim und seine Gemahlin starben an der Cholera. Auch einige Ärzte und viele Krankenschwestern ließen ihr Leben; etliche Ärzte wurden sogar bedroht, weil man ihnen vorsätzliche Verbreitung der Seuche unterstellte. Bis zum 4. August waren 4857 Menschen erkrankt, fast ein Viertel des Bevölkerung, 2186 starben, 2552 konnten wieder genesen.

cholera-Dubuffet-1946-1

Desinfizierte Post

Bei Postsendungen wurden in Zeiten von Seuchen wie den Cholera-Epidemien verschiedenste Maßnahmen zur Desinfektion von Briefen eingesetzt, durch Räuchern und Behandlung mit Essigsäure, Rasteln und Perforieren des Papiers. Zum Teil erhielten sie besondere regionale Stempel oder Vermerke, die solche Sonderbehandlungen begleiteten. Nicht viele Dokumente aus diesen Jahren blieben erhalten, heute gesuchte Beiträge zur Postgeschichte. Wer sich nicht auskennt, hält solche durchlöcherte, zerschlitzte oder fleckige Sendungen für beschädigt und verdorben.

Hier einige hochwertige Beispiele aus der Sammlung Pietz
„Bayern Postgeschichte 1450-1850“ (Südphila 87/1 – Peter Feuser).

cholera-1831-Danzig-o-1

DANZIG 29.8.1831, Nierenstempel nebst Segmentstempel „AUSLAGE“ auf kleinem desinfiziertem Brief (Rastellöcher) nach Mergentheim „Citissime“, rs. äußerst seltener Segmentstempel „GERÄUCHERT IN NÜRNBERG“
(Hb. 28, 2.000,-), Ausruf 1000 Euro:
Ein „Bettelbrief“ mit interessantem zweiseitigen Inhalt, in dem u. a. berichtet wird, „daß in Danzig so eine schlimme Krankheit herrschet“ und „er seit 6 Wochen arbeitslos sei.“

cholera-1831-Prag-stempel-1

PRAG 2.11.1831, gerastelter Brief „pr. Possenheim“ nach Castell, rs. Segmentstempel „GEREINIGT IN WALDSASSEN“ (Hb. 37, 2.000,-);
es sind nur wenige Briefe mit diesem Stempel bekannt.

Am 22. September 1831 beauftragte das bayerische Ministerium des Inneren die Regierung des Obermainkreises, eine Contumazstation in Waldsassen für die Post aus Richtung Eger einzurichten. Hinsichtlich der Beschaffung von Räumlichkeiten und der örtlichen Lage traten Schwierigkeiten auf. In einem Gutachten der Oberzollinspektion Bamberg wurde Schirnding wegen seiner zentralen Lage als geeigneter Ort vorgeschlagen. „… Außerdem befinden sich in Schirnding jenseits der Roeslau geeignete Gebäude, so daß eine Contumaz-Anstalt ohne besondere Kosten geschaffen werden kann.“ Am 23. Oktober 1831 genehmigte das Ministerium des Inneren die Verlegung nach Schirnding.

cholera-1831-Bayern-siegel-1

Hopfgarten/Österreich, 23.10.1831, perforierter Dienstbrief mit rotem Rundstempel „KOENIGL. BAYRISCHES SANITAETS-SIEGEL“ nach Tübingen
(Hb. 50, 500,-).

cholera-1850-paeservMann-1

Der Feind in der Stadt

Eine Ausstellung im Stadtarchiv München (Winzererstraße 68, 80797 München, Galerie im 3. Stock) zeigt bis 30. Mai 2018, wie die Cholera, Seuchen und Epidemien die Geschichte der Menschheit prägten und soziale Gemeinschaften vor große Herausforderungen stellten.
Der Eintritt ist frei!
Öffnungszeiten:
Mo – Do 9-18 Uhr, Fr 9-12 Uhr
(an Feiertagen geschlossen)
Weitere Infos

 

 

„Niemals Vergessen“ – Vor 80 Jahren: Der gewaltsame Anschluss

13 Dienstag Mär 2018

Posted by Burzan/Kurtz in Fundstücke, Uncategorized, Zeitgeschichte

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Schlagwörter

1938, 1946, Adolf Hitler, Anschluss, Antifaschismus, Braunau, Ein Volk Ein Reich Ein Führer, Einmarsch, Graz, Hakenkreuz-Aufdruck, Katholische Kirche, Künstlerhaus, Linz, Niemals Vergessen, Propaganda, Volksabstimmung, Wahl, Wien

Vorab der bei den Abbildungen erforderliche Hinweis auf die gesetzlichen Bestimmungen der Bundesrepublik Deutschland: Gemäß § 86a Abs. 3 i. V. m. § 86 Abs. 3 StGB erfolgt die Darstellung ausschließlich zur staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlicher Zwecke!

Als Auftakt zu seiner Propagandareise durch Österreich, für die Volksabstimmung am 10. April 1938 – über den nach Einmarsch deutscher Truppen zum 13. März faktisch bereits vollzogenen „Anschluss“ – besuchte Adolf Hitler am 3. und 4. April 1938 das mit Hakenkreuzfahnen dekorierte Graz, wie auch auf zeitgenössischen Propagandakarten dargestellt.

Graz-Uhrturm-o-1938-SoKt-1-A

Nach der Wahlveranstaltung, die im Rundfunk übertragen wurde und vor 30.000 dichtgedrängten Personen in der Montagehalle einer Waggonfabrik abgehalten wurde, fuhr Hitler in einem Triumphzug durch die Straßen. Jubelnde Menschenmengen säumten die Wegstrecke durch die Stadt, darunter Zehntausende Steirer, die mit Sonderzügen, Autobussen und Lastkraftwagen in die Landeshauptstadt gekommen waren, um den „Führer“ zu sehen (Wikipedia).

Der am 12. November 1900 in Gleisdorf geborene Othmar Maria Kurtz, einer der Brüder des Malers Camillo Josef Kurtz (1896-1973), stand dem neuen Regime distanziert gegenüber. Er reiste aber mit seiner Filmkamera an, um die Ereignisse zu dokumentieren. Sein filmisches Vermächtnis wurde einem nationalen Filmarchiv überlassen.

Graz-Uhrturm-o-1938-SoKt-B

Die Post setzte in mehreren Städten eine Reihe von Sonderstempeln für Souvenirs dieser Tage ein.

Graz-Uhrturm-o-1938-SoKt-3
Graz-Uhrturm-o-1938-SoKt-3-rs

Zur Volksabstimmung erschien eine Sondermarke, die in Berlin und Wien mit kleinen Unterschieden gedruckt wurde.

austria-1938-unv-3-Rpf-1
austria-1938-unv-8-12-Rpf-2

Nicht offiziell ausgegeben wurden österreichische Briefmarken mit Aufdruck eines neuen Wertes in Reichspfennig und eines Hakenkreuzes, von denen einige Bogen in Umlauf kamen.

Graz-Uhrturm-o-1938-04-Bl

Die Katholische Kirche Österreichs hat zum 80. Jahrestag des Einmarsches eine Mitschuld am „Ende Österreichs“ eingeräumt:
www.katholisch.at

Zu Hintergründen des Einmarschs der deutschen Truppen führte die Kleine Zeitung zum 75. Jahrestag ein heute noch lesenswertes Interview mit dem Historiker Dieter A. Binder:

Kleine Zeitung zum 75. 

Ausstellung „Niemals Vergessen“ 1946

Mit der Ausstellung „Niemals Vergessen“ im Wiener Künstlerhaus erinnerte Österreich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1946 an die unheilvolle Periode. Die Post gab eine Serie von symbolträchtigen Sondermarken heraus (ANK 784-791 / MiNr. 776-783). Zwei der Motive wurden von den Besatzungsmächten beanstandet und in letzter Minute ausgetauscht: der Wert zu 5+3 Groschen mit „SS-Blitz über Österreich“ und 12+12 Groschen mit „Totenkopf und Hitler-Maske“, ersetzt durch die Darstellungen „Dolch durchbohrt Österreich“ und „Hand hinter Stacheldraht“.

austria-1946-unv-2

Die Stadt Wien berichtet über die Eröffnung :

14.9.1946: „Niemals vergessen“ – Feierliche Eröffnung der antifaschistischen Ausstellung. – Heute fand in den Räumen des Künstlerhauses die Eröffnung der antifaschistischen Ausstellung „Niemals vergessen“ statt. In Anwesenheit zahlreicher Festgäste, unter ihnen die Vertreter der auswärtigen Mächte, die Stadtkommandanten, Mitglieder der Bundesregierung, hielt StR. Matejka seine Festansprache und führte aus: „… Wir haben uns an die Künstler, die tiefer in die Menschenseele hineinsehen, gewendet um die grauenhafte Geschichte zu verdichten und zu gestalten. Ich bin aber überzeugt, dass, wenn wir zu den Dingen noch mehr Abstand gewonnen haben, ein noch klareres Bild und ein schrecklicher Abglanz der Hölle entstehen wird. … Der Nationalsozialismus, der Faschismus, das war der Krieg; sie führten automatisch zur Krise, zum Krieg, zur Katastrophe. Wir aber wollen unserem Volke und den anderen Völkern den Frieden sichern.“

austria-1946-SoBl-sst-1-xr1

In sämtlichen Räumen des 1. Stocks des Künstlerhauses wurden Bilder und Grafiken österreichischer Künstler unter der Führung des Grafikers und Plakatkünstlers Prof. Victor Theodor Slama (1890-1973) zum Thema „Antifaschismus“ ausgestellt, die „illustrierend oder anklagend Stellung nehmen und die antifaschistische Haltung der österreichischen Künstlerschaft demonstrieren.“ Hieraus einige Bilder des Ausstellungs-Katalogs „NIEMALS VERGESSEN – Ein Buch der Anklage, Mahnung und Verpflichtung.“ (Herausgeber: Gemeinde Wien, Kultur und Volksbildung. Wien Verlag für Jugend und Volk 1946).

austria-1946-niemals-kat-1
austria-1946-niemals-kat-3-xc1
austria-1946-niemals-kat-4-xc1
austria-1946-niemals-kat-5-xc1

Österreichs Post in Jerusalem

14 Sonntag Jan 2018

Posted by Burzan/Kurtz in Fundstücke, Galerien, Uncategorized, Zeitgeschichte

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Schlagwörter

Ansichtskarten, Österreichischer Lloyd, Briefkasten, Briefmarken, DBZ, Heiliges Land, Israel, Jaffa-Tor, Jerusalem, Kaiser Franz Joseph, Kaiser Wilhelm II, Konstantinopel, Kurierdienst, Levante, Mekka, Osmanisches Reich, Palästina, Para, Patriarch von Jerusalem, Piaster, Pilger, Postamt, Postgeschichte, Soldi, Türkei, Tontafelbriefe, Wien

pales-Lev-190x-Foto1c1

Österreich war einst die bedeutendste Nation, die eine eigene Postbeförderung im Osmanischen Reich ausübte. Erste Vereinbarungen darüber wurden bereits vor 300 Jahren getroffen und in Artikel 29 des Vertrags von 1739 vereinbart. Seit dem frühen 18. Jahrhundert bestand ein Kurierdienst zwischen Konstantinopel und Wien, der zunächst nur diplomatische Post übernahm, aber zunehmend geschäftliche und private Korrespondenzen transportierte.

Ein aufschlussreicher Brief des Patriarchen von Jerusalem über die Gesundheitssituation im Heiligen Land, am 24. Januar 1737 an seine Vorgesetzten in Wien gerichtet und mit den „Kreuz von Jerusalem“ gesiegelt, trägt keine postalischen Vermerke; wahrscheinlich wurde er von einem Pilger mitgenommen. Der griechische Patriarch Parthenios von Jerusalem und ganz Palästina beantwortete am 28. Februar 1745 einen Brief des venezianischen Kaufmanns Leonardo Caragiani über eine Schiffslieferung mit Balsam aus Mekka. Laut Eingangsvermerk war das Schreiben vier Monate lang über Konstantinopel unterwegs, wobei die genaue Transportroute ebenfalls nicht mehr eindeutig zu klären ist.

pales-lev-1859-2005-jeru-1

isra-jeru-2013-Bl-88-x1

Österreichische Levante

Im 19. Jahrhundert konnten die Postverbindungen verbessert und beschleunigt werden. Die Dampfschifffahrts-Gesellschaft des Österreichischen Lloyd wurde 1833 gegründet und transportierte ab 1837 Sendungen für die Postverwaltung der Doppelmonarchie im Mittelmeerraum, so auch in die Levante und retour. Die gängige Bezeichnung für Levante, den Nahen Osten, stammt vom französischen „soleil levant“ für den Sonnenaufgang, volkstümlich im Deutschen auch „Morgenland“ genannt. Schon im ersten Betriebsjahr wurden auf allen Strecken insgesamt 7967 Passagiere und 35 205 Briefen befördert.

Agenturbüros mit Postdienst für Palästina richtete der „Lloyd Austriaco“ ab 1852 zunächst in Jaffa, Haifa und Jerusalem ein. Zwischen Februar 1858 und März 1859 übernahm die K. und K. Postverwaltung Österreichs den Betrieb.

 

pales-Lev-3I-3er-o-jerus
pales-Lev-4-IIA-o-jeru-wik
pales-Lev-1903-5c-o-jeru

Ab Juni 1867 gab die österreichische Post eigene Postwertzeichen für ihre Levante-Postämter heraus, deren Zahl bis auf 79 stieg. Die ersten Marken und Ganzsachen tragen die Zeichnung der im Reichsgebiet umlaufenden Freimarken mit Kaiser Franz Joseph, gefolgt von Doppeladlern, aber mit Wertangaben in Soldi-Währung. Ab 1888 wurden österreichische Ausgaben mit Aufdrucken in türkischen Para und Piaster versehen. Zwei Kaiserbildnisse der Jubiläumsserie von 1908 dienten als Basis der letzten Ausgaben.

isra-jeru-2004-1801-1

Als das deutsche Kaiserpaar im Oktober/November 1898 auf seiner Palästinareise Jerusalem besuchte, gab es noch kein deutsches Postamt in der Stadt. Die Mehrzahl der Erinnerungskarten wurden daher bei der österreichischen Post aufgegeben und abgestempelt.

pales-1898-AK-hotel-1
pales-1898-AK-austria-01-rx1
pales-1898-AK-hotel-1-A-xc1
pales-1898-AK-austria-02-Ax1

Mehr zur Entwicklung der Post im „Heiligen Land“ – von Tontafelbriefen aus vorchristlicher Zeit über weitere ausländische Beförderungsdienste vor dem Ersten Weltkrieg bis zur Ausgabe der ersten Briefmarken Palästinas vor 100 Jahren unter britischer Verwaltung – hat Michael Burzan in einem Titelbeitrag für die Deutsche Briefmarken-Zeitung DBZ 3/2018 aufgearbeitet, die am 19. Januar 2018 erscheint.

isra-2008-Brief-FDC-3c1

pales-1-3-spec-2pales-1918-AK-5-CG-2-B

 

← Ältere Beiträge
Neuere Beiträge →

Abonnieren

  • Einträge (RSS)
  • Kommentare (RSS)

Archiv

  • März 2023
  • Februar 2023
  • Dezember 2022
  • November 2022
  • Juni 2022
  • April 2022
  • Februar 2022
  • Dezember 2021
  • Oktober 2021
  • Juli 2021
  • Juni 2021
  • Mai 2021
  • April 2021
  • Januar 2021
  • Dezember 2020
  • November 2020
  • April 2020
  • März 2020
  • Februar 2020
  • Januar 2020
  • Dezember 2019
  • November 2019
  • Oktober 2019
  • August 2019
  • Juni 2019
  • April 2019
  • März 2019
  • November 2018
  • Oktober 2018
  • September 2018
  • August 2018
  • Juli 2018
  • Juni 2018
  • Mai 2018
  • April 2018
  • März 2018
  • Januar 2018
  • Dezember 2017
  • November 2017
  • Oktober 2017
  • September 2017
  • Januar 2017
  • Dezember 2016
  • Juli 2016
  • April 2016
  • Februar 2016
  • November 2015
  • Oktober 2015
  • September 2015
  • August 2015
  • Juni 2015
  • Mai 2015
  • April 2015
  • Januar 2015
  • Dezember 2014
  • November 2014
  • Oktober 2014
  • Januar 2012
  • August 2011

Kategorien

  • 1915
  • 1916
  • Anneliese Burzan-Kurtz
  • Arthur Kurtz
  • Arthur Kurtz (1860-1917)
  • August Kurtz-Gallenstein
  • August M. Kurtz-Gallenstein
  • Ausstellungen
  • Camillo J. Kurtz
  • Camillo Kurtz (1858-1939)
  • Camillo Kurtz (1896-1973)
  • Familiengeschichte
  • Film
  • Fragen
  • Fundstücke
  • Galerien
  • Heinrich Kurtz (1784-1831)
  • Impressum
  • Literatur
  • Musik
  • Orchester
  • Oskar Kurtz (1863-1927)
  • Sammeln
  • Uncategorized
  • William Kurtz (1833-1904)
  • Zeitgeschichte

Meta

  • Konto erstellen
  • Anmelden

Erstelle kostenlos eine Website oder ein Blog auf WordPress.com.

Datenschutz & Cookies: Diese Website verwendet Cookies. Wenn du die Website weiterhin nutzt, stimmst du der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen, beispielsweise zur Kontrolle von Cookies, findest du hier: Cookie-Richtlinie
  • Abonnieren Abonniert
    • kurtzarchiv
    • Du hast bereits ein WordPress.com-Konto? Melde dich jetzt an.
    • kurtzarchiv
    • Abonnieren Abonniert
    • Registrieren
    • Anmelden
    • Melde diesen Inhalt
    • Website im Reader anzeigen
    • Abonnements verwalten
    • Diese Leiste einklappen
 

Kommentare werden geladen …