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Über die beruflichen Tätigkeiten von Heinrich Kurtz (1784-1831) erfährt man:

„Er hatte sich der ärztlichen Laufbahn gewidmet, nahm an den Franzosenkriegen teil und zeichnete sich als Fähnrich bei der Einnahme einer feindlichen Batterie aus, wofür er als Anerkennung von der kaiserlich-österreichischen Regierung einen Tabak-Hauptverlag in Polen erhielt.“ (Dr. Adalbert Krause, Admont).

1784, im Jahr seiner Geburt, wurde die Österreichische Tabakregie unter Joseph II. (1741-1790) als Vollmonopol für alle österreichischen Länder gegründet. Ziel war unter anderem die Versorgung von Kriegsinvaliden, die bei der Zuteilung der „Verschleißstellen“ bevorzugt wurden: eine Trafik für einfache Soldaten, ein Großhandel für Offiziere. Daneben wurden auch schuldlos verarmte Beamte auf diese Weise versorgt. (Wikipedia).

Spuren von Heinrich Kurtz in dieser Tätigkeit konnten wir bisher noch nicht finden. Es ist anzunehmen, dass es sich um einen Tabak-Vertrieb in der Nähe seines damaligen Wohnortes Bobrka in Galizien handelte. Etwa 30 Kilometer entfernt lag eine damalige Zentrale des österreichischen Tabakanbaus und der Weiterverarbeitung: in Winniki, auch Weinbergen genannt, heute Wynnyky, Ukraine, südöstlich am Rand der Hauptstadt Lemberg gelegen.

„1772 kam der Ort unter österreichische Herrschaft (im Königreich Galizien und Lodomerien), damit wurde Winniki am Ende des 18. Jahrhunderts ein Zentrum der Produktion von Tabak, dieser Wirtschaftszweig blieb bis heute die wichtigste Einnahmequelle. Im Jahr 1779 wurde im Ort die Lemberger Tabakfabrik gegründet, die im 19. Jahrhundert zwischen 500 und 1000 Menschen beschäftigte. Im Jahre 1785 kam es auch zu einem Zuzug von deutschen Kolonisten, diese nannten den Ort angelehnt an den slawischen Namen Weinbergen.“ (Wikipedia)

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Zwei Jahrhunderte Austria Tabak

Zum 200. Jahrestag der Austria Tabak erschien 1984 eine Sondermarke zu 4,50 Schilling, die eine Zigarrenschleife mit einer Tabakpflanze zeigt. Dazu berichtete die Post:

Am 8. Mai 1784 erfolgte die Kundmachung des Tabakpatents Kaiser Franz Josephs II. Damit wurde das bis dahin verpachtete Tabakgefälle in staatliche Verwaltung übertragen. Das Unternehmen Austria Tabak trug damals den Titel „K.K. Tabak – Gefällen-Kammerialdirection“ und hatte seinen Sitz im ehemaligen Artilleriezeughaus auf der Seilerstätte in Wien.

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Drei Werbeblättchen mit Freimarken Deutschösterreich 1919 und Reklame für „PAPIER Á CIGARETTES OTTOMAN – Made in Austria“ (Briefmarken Fischer, philasearch).

Die offiziellen Verkaufsstellen für Tabakprodukte, die Tabaktrafiken, gehen auch auf diese Zeit zurück. Die Organisation der Austria Tabak hat in ihrer 200-jährigen Geschichte umfangreiche Veränderungen erfahren. 1823 erhielt sie den Titel „K.K.Tabak und Stempel-Gefällendirektion“. 1828 wurde das Monopolgebiet auf Vorarlberg und Tirol ausgeweitet. Bis zum ersten Weltkrieg unterhielt die „Tabakregie“ 30 Fabriken, 17 Verschleißmagazine und 8 Einlöseämter in den wichtigsten Tabakanbaugebieten der Donaumonarchie. 

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Arthur Kurtz (1860-1917) zeichnete 1916 dieses in Baden b. Wien signierte Porträt eines Zigarren-Rauchers, vielleicht eine seiner letzten Skizzen, rechts unten zusätzlich mit einer kleinen Karikatur versehen. Ein weiteres Porträt mit einem Zigaretten-Raucher aus seinem Nachlass befindet sich in Familienbesitz.
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