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~ Künstler aus Österreich: Arthur Kurtz, Augustin Kurtz-Gallenstein, Oskar Kurtz, Camillo Kurtz, Anneliese Burzan-Kurtz – Familie, Leben und Werke

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Schlagwort-Archiv: Musik

POP 1900–2000: Populäre Musik in der Steiermark

01 Samstag Jun 2019

Posted by Burzan/Kurtz in Ausstellungen, Musik, Uncategorized, Zeitgeschichte

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Schlagwörter

Bands, Filmarchiv, Graz, Joanneum, Mirzl Hofer, Musik, Popmusik, Popstars, Rockmusik, Steiermark, Steinklopfer-Marsch, Tonbild

Bis zum 26. Jänner 2020 läuft eine interessante Ausstellung in Graz:
POP 1900–2000 nimmt sich populäre Musik in der Steiermark im 20. Jahrhundert zum Thema. Im Fokus stehen dabei steirische Protagonistinnen und Protagonisten sowie Bands, ihre Musik und Orte ihrer Aufführungen, Lebensstile und Lebenswelten, „beleuchtet im Wechselspiel und Kontext einer (steirischen) Zeit- und Mediengeschichte sowie Alltagskultur.“

Wer waren die steirischen „Popstars“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts? Was haben die Comedian Harmonists mit der Steiermark zu tun? Welche Musikgruppe aus Gradenberg deklassierte in der österreichischen Hitparade einst sogar Elvis Presley? Und: Was war die steirische Antwort auf Woodstock?

Die Ausstellung gibt damit Einblicke in das steirische Musikschaffen im Bereich der sogenannten „U-Musik“, sie schafft Brücken zwischen kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklungen, legt den Fokus auch auf weniger Bekanntes oder mitunter Vergessenes und berührt ein ganzes Ensemble an Musikgattungen. Erzählt wird dies anhand einer Vielzahl an Fotografien, Film- und Videoaufnahmen, anhand technischer Geräte bzw. medienhistorischer Artefakte, anhand der Musik und mithilfe der Menschen, die sie „gemacht“ haben.

Aus der Frühzeit stammen sogenannte „Tonbilder“ – eine Vorform der späteren Musikvideos: Musiker/innen sangen vor der Kamera lippensynchron zu einer Schellackaufnahme. Diese wurde dann gemeinsam mit dem projizierten Film im Kino gezeigt. Weltweit sind nur sehr wenige Tonbilder in Bild und Ton überliefert. Eine kleine Sensation ist deswegen ein erhaltenes Tonbild aus der Zeit um 1908 – ein Filmdokument aus der Sammlung des Filmarchiv Austria: Zu sehen und zu hören ist Mirzl Hofer, eine preisgekrönte Jodlerin aus Graz, die auf verschiedenen Bühnen sowohl in Österreich als auch im Ausland das Publikum begeisterte. Es zeigt eine Inszenierung des »Steinklopfer-Marsches« mit Mirzl Hofer als Protagonistin sowie vier weiteren NebendarstellerInnen. In der 2019 durch das Filmarchiv Austria ausgeführten Restaurierung wurde deren hauseigene Filmquelle des »Steinklopfer-Marsches« mit einer Schallplatte aus der Sammlung Familie Wegscheidler kombiniert.

Museum für Geschichte

Aus dem Programm

Von Tonwalzen, Vinylscheiben und dem „Walkman“. Museum für Geschichte für Groß und Klein

POP 1900–2000. Populäre Musik in der Steiermark. Themenführung

Frauen im POP. Expertinnenführung mit Goldie Ens, Eva Ursprung und Dorit Chrysler

Rückblick: Rock me Joanneum

Im Rahmen von Rock me, Joanneum, Themenschwerpunkt des Jahres 2009 im Universalmuseum Joanneum, gingen das „Büro der Erinnerungen“ und crew8020_music einem ganz speziellen kulturellen Phänomen auf den Grund: der Rock- und Popkultur in der Steiermark seit den 1950er-Jahren.

Welche innovativen und relevanten Musikprojekte gab es in der Steiermark nach dem Zweiten Weltkrieg und wie standen sie in Beziehung zu nationalen und internationalen Entwicklungen? Welche Szenen haben sich ausgebildet, wo fand sich der Underground, wie waren die Rahmenbedingungen? Welche politischen und sozialen Umgebungen/Bewegungen waren der Nährboden für eigenständige Musikprojekte? Gab und gibt es so etwas wie ein Zentrum-Peripherie-Gefälle oder verweigert sich die Musikproduktion diesen Vorstellungen? Lassen sich Entwicklungslinien zeichnen, personelle Kontinuitäten, gegenseitige Beeinflussungen?

Mirror, 1980
ex74, 1970
Romeo Ried, 1989

Gesucht werden für das digitale Archiv : Fotos aus Privatbesitz, Flyer, Plakate zur steirischen Musikszene, bislang unveröffentlichte bzw. rare Soundaufnahmen in jeglichen Formaten und auf allen Speichermedien. Nähere Informationen finden Sie auf der Projekthomepage unter:

www.rockarchiv-steiermark.at

(Bildquelle der Fotos)

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Anneliese Burzan-Kurtz zum Gedenken (* 12. Juli 1931)

12 Donnerstag Jul 2018

Posted by Burzan/Kurtz in Anneliese Burzan-Kurtz, Ausstellungen, Familiengeschichte, Fundstücke, Uncategorized

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Schlagwörter

Aquarell, Atelier, Batik, Blumenbilder, Eremitage, Farbklänge, Gleisdorf, Grafiken, Graz, Griechenland, Kornwestheim, Kunstmappe, Kurse, Leukämie, Ludwigsburg, Musik, Porträts, Schlösslesfeld, Schloss Harteneck, Skizzen, St. Paulus, Tonarbeiten, Wachszeichung, Zeichnung

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Vor 87 Jahren wurde sie in Gleisdorf in der Steiermark geboren: Anna Elisabeth Kurtz, eines der Maderln aus der Familie von Dr. August Maria Kurtz (1899-1990) und seiner Frau „Jenny“, geborene Eugenie Steiner (1906-2001). Ihre kunstvolle Expression nach der Hochzeit mit Gerhard Burzan (1922-2010), dem Umzug nach Baden-Württemberg und ihrer Familiengründung beendete ihr früher Tod durch Leukämie am 10. September 1980.

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Ihr Bruder Dr. Walter Kurtz, praktischer Arzt und Psychologe in Gleisdorf, beschrieb ihre künstlerische Entwicklung mit den Worten:
„Ihr kämpferisch sprühendes Temperament fand in den Jahren nach 1960 Ausdruck in einer starken und gefühlsreichen bildenden Kunst.
Ihre Zeichnungen, Aquarelle, Enkaustikarbeiten und Batiken teilen in hohem Maße ihre Wahrnehmungsfähigkeit und Sensibilität mit.
Ihre Gedichte zeugen von der Tiefe ihrer Seele.

… Noch in den letzten Jahren vor ihrem Tod 1980 ist ihr trotz oder gerade wegen des Leidens an Leukämie ein besonders tiefer Ausdruck in ihrer Kunst gelungen.“

Aus den 1960er-Jahren stammen erste „freie“ Bilder, darunter Zeichnungen und Aquarelle von Ansichten rund um Ludwigsburg sowie Tonarbeiten. Ende der 1960-er intensiviert sie ihre persönliche Weiterentwicklung mit Kursen in unterschiedlichen Techniken, schon wenige Jahre später wird sie selbst Kurse geben.

Die 1970er-Jahre werden ihre kreativste Schaffensphase. Viele Anregungen erhält sie auf Reisen, bevorzugt in mediterrane Länder. 1972 beginnt die Reihe ihrer 20 Skizzenbücher mit einer Griechenland-Reise, die sie mit ihrem Mann unternimmt.

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Ihre bevorzugten Motive zeigen das breite Spektrum ihrer Interessen,
von Kunstwerken der klassischen Antike, über Städteansichten zu Menschendarstellungen. Sie skizziert gerne bei Konzerten und musikalischen Aufführungen, der Musik ist verbunden durch eigenes Flötenspiel und Gesang.

Beim Zeichnen entwickelt sie schon früh einen schnellen klaren Strich,
der Szenen rasch erfasst. Dabei verwandelt ihre Fähigkeit zur Abstraktion die Darstellungen vom Abbild des Moments oft zur zeitlosen Aussage. Einige Motive erscheinen bereits in den Skizzenbüchern und werden später mehrfach in unterschiedlichen Techniken weiter entwickelt. Bei der Farbwahl hat sie keine Scheu vor strahlenden Tönen und starken Kontrasten.

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Dazu entwickelt sie eigene Techniken, von der Batik ausgehend, basierend auf Wachszeichnungen, kombiniert mit Aquarell-Farben auf Papier, Japanpapier oder Stoff – das ergibt einen besonders flüssigen Strich, der sich weiß vom farbigen Untergrund abhebt, die Motive erscheinen schwebend, besonders leuchtkräftig, teilweise wie Glasfenster wirkend.

 

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Ab Mitte der 1970er Jahre beginnt die Reihe ihrer erfolgreichen Ausstellungen in der südwestdeutschen Region, später auch in ihrer Heimat und in Graz.

Ihr intensives Engagement in der neu entstandenen Gemeinde St. Paulus, Ludwigsburg-Schlösslesfeld, führt zu einem Spektrum an religiös geprägten Motiven und abstrahierten Szenen der christlichen Traditionen und Mythologien. Sie gestaltet Plakate, einen Kalender, zu den Hauptwerken zählt dort ein etwa einen Meter hoher Leuchter aus Ton mit einer tragenden Figurengruppe. 1976 wird einer ihrer Entwürfe in der Schweiz zu einem großen Wandteppich über mehrere Quadratmeter umgesetzt. 1980 erscheint in ihrem letzten Lebensjahr eine Kunstmappe mit 12 Grafiken unter dem Titel „Gemeinde“.

Im April 1978 steht die Diagnose fest: sie hat Leukämie, unheilbar und mit unbestimmter Überlebenszeit. Sie will und wird weiter malen , arbeiten und ausstellen, konzentriert sich nun noch intensiver auf die Vollendung ihres Spätwerks noch in jungen Jahren. Ab Herbst 1978 richtet sie ein eigenes Atelier in Räumen des nahe gelegenen Schloßguts Harteneck in Schlösslesfeld ein. Eine große Serie strahlender Blumenbilder entsteht („Floriade“), in allen Facetten von zarten Farbenklängen bis zu Farbexplosionen.

Ihre letzte große Ausstellung findet im Mai 1980, wenige Monate vor ihrem Tod statt, in der Tagungsstätte Löwenstein, unter dem Namen Anneliese Burzan-Kurtz, mit dem sie auf ihre Heimat und Verbundenheit mit der Kurtz-Familie verweist.

Danach werden die Krankenhausphasen länger und hoffnungslos, aber noch im Krankenbett zeichnet sie Besucher und ihre Blumensträuße. Am 10. September 1980 wird sie von ihrer Leidenszeit erlöst.

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Schlussakkord

Ich kann nichts verlieren,
sondern alles gewinnen in Dir
ich habe gelebt, war begeistert
hab aus dem Vollen geschöpft
war alles hier

jetzt bin ich enttäuscht
erschöpft
was sollen wir hier
ich will nicht klagen
mehr war nicht drin
ich wag es zu sagen
nimm mich hin

Es gibt nichts zu verlieren
es ist alles Gewinn.

(unveröffentlicht)

Weitere Texte :
Texte Anneliese Burzan-Kurtz

  • Eremitage Zeitschrift für Literatur,
    Ausgabe 18 „Bio-Pix“, Seite 125-127

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Copyright der Bilder: Archiv Burzan/Kurtzarchiv

Auf der Wiener Weltausstellung 1873

01 Montag Dez 2014

Posted by Burzan/Kurtz in August M. Kurtz-Gallenstein, Ausstellungen, Familiengeschichte, Uncategorized

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Schlagwörter

Musik, Schneiderwerkstatt, Weltausstellung 1873, Wien

Ein eindrucksvolles Erlebnis war für den jungen Augustin Kurtz wie für mehr als sieben Millionen Menschen der Besuch der Wiener Weltausstellung, die vom 1. Mai bis zum 2. November 1873 auf dem Pratergelände durchgeführt wurde.

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Es war die fünfte Weltausstellung und die erste im deutschsprachigen Raum. Der 17-Jährige Augustin Kurtz sollte sich im Auftrag seines Vaters mit Herrenkleidung befassen und schuf die Grundlagen für eine eigene Schneiderwerkstatt im Hause Kurtz.
http://www.wiener-weltausstellung.at/

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Bild: Eröffnung der Wiener Weltausstellung am 1. Mai 1873. Erzherzog Karl Ludwig begrüßt das Kaiserpaar und prominente Gäste aus aller Welt. Holzstich nach einer Zeichnung Vinzenz Katzlers (Wikimedia).

Wie Krause nach Aussagen des Vaters berichtet, pflegte Augustin neben den beruflichen Arbeiten auch den Gesang, erlernte in kurzer Zeit das Spielen von Violine und Gitarre „… und war ein eifriger Chorsänger. Im Kreíse der Familie erfreute er die Eltern mit seinen Geschwistern oft durch kleinere musikalische Darbietungen. Trotz dieser vielseitigen Tätigkeit vergaß er nie auf die Malerei.“

Porträt eines Komponisten

30 Sonntag Nov 2014

Posted by Burzan/Kurtz in Arthur Kurtz (1860-1917), Familiengeschichte, Fragen, Uncategorized

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Schlagwörter

Komponist, Musik, Noten, Portrait

Ein weiteres Porträt, signiert von Arthur Kurtz, rückseitig datiert auf 1907.
Es soll sich um Professor Theodor Lechschitz handeln, einen zur damaligen Zeit bekannten Musiker.

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Die Notenschrift am Unterrand (im 6/8-Walzertakt mit vier b-Vorzeichen)
könnte wichtige Hinweise geben…
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Galerie

Musikalische Motive

30 Sonntag Nov 2014

Posted by Burzan/Kurtz in Anneliese Burzan-Kurtz, Ausstellungen, Galerien, Uncategorized

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Schlagwörter

Blockflöte, Cello, Chor, Klavier, Musik, Quartett, Querflöte

Diese Galerie enthält 13 Fotos.

Einen zentralen Punkt stellte die Musik im Leben von Anneliese Burzan, geb. Kurtz, dar. Immer wieder gestaltete sie Bilder mit …

Weiterlesen →

Ein Erfinder von Instrumenten: Oskar Kurtz und sein „Streichorchestrion“

01 Samstag Nov 2014

Posted by Burzan/Kurtz in Oskar Kurtz (1863-1927), Uncategorized

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Schlagwörter

Animochord, Arcophon, Erfinder, Flugmaschine, Geigen-Piano, Grassi-Museum, Instrumente, Klavierstimmer, Kunstspiel-Mandoline, Leipzig, Mechanische Geige, Musik, Musikapparat, Popper, Streichorchestrion, Violin-Piano, Violinovo, Wien

Auf der Suche nach dem legendär scheinenden „Streich-Orchestrion“,
das der Bruder der Kurtz-Maler, Oskar Kurtz, erfunden haben soll …

(ex Wikipedia: „Bruder Oskar, geboren 1863, verstorben 1927, war der Erfinder eines Streichorchestrions, eines Klaviers, das beim Spielen mehrere Streichinstrumente wiedergab. Weiter beschäftigte er sich mit dem Bau einer Flugmaschine.“)

Krause berichtet im Detail: „Der jüngste von den Söhnen war Oskar, geb. 1863. Auch er war für den Kaufmannsstand bestimmt, widmete sich aber durch sein musikalisches Talent und durch seinen Erfindergeist der Erzeugung von eigenen, von ihm konstruierten Klavieren in Weyer an der Enns, beschäftigte sich nebenbei mit dem Bau einer Flugmaschine, ging 1905 mit seiner Frau nach Leipzig und arbeitete dort 20 Jahre lang an der Erfindung und Erzeugung seines Streichorchestrions, eines Klaviers, das beim Spielen mehrere Streichinstrumente wiedergab. Die dafür erworbenen Privilegien verkaufte er an die Klavierfirma Hugo Popper & Co. in Leipzig. Er starb 1927 in Wien als vielgesuchter Klavierstimmer.“

Dabei bin ich auf die spannende Seite des Leipziger Grassi-Museum mit den erstaunlichen mechanischen Musikapparaten jener Zeit gestossen … –
und fand dort folgende Spuren:kurtz-osk-PopperGeigenpia-xcr3

„Popper’s Geigen-Piano“
Pneumatisches Orchestrion mit Notenrolle. 1910 präsentierte Popper dieses pneumatische Klavier mit Pfeifen zur Imitation des Geigenklanges (ZfI = Zeitschrift für Instrumentenbau, Leipzig, Heft 30/1910 S. 533; Inserat S.591).

Im Verkaufskatalog der Firma von 1923 führte man es als „Poppers Salon-Geigen-Piano No. II“ und beschrieb es folgendermaßen: „Geigensoli mit dezenter Klavierbegleitung, selbst die schwierigsten Violinkonzerte, werden in überraschender Vollendung zu Gehör gebracht. Vom zartesten Pianissimo bis zum stärksten Fortissimo kommt jede Nuancierung, Crescendo und Decrescendo, Vibrato und Flageolett bestens zur Geltung. Geige und Klavier haben vollkommen getrennte Skalen des Saugstockes, so dass die Klavierbegleitung bis in die höchsten Lagen in vollem Umfange zum Ausdruck gelangt, ohne die Wiedergabe der Geigensoli zu beeinträchtigen“. Es ist auch als Kunstspielpiano sowie zum Handspiel zu verwenden.

In demselben Katalog bot man außerdem Poppers Geigen-Piano mit Kunstspiel-Mandoline und Handspiel-Klaviatur. Auch die (patentierte) Mandoline hatte einen vom Klavier getrennten Saugstock und sollte „eine unübertreffliche Imitation des natürlichen Mandolinenspiels“ bieten.

Bild oben: Inserat aus 1910, Titelblatt Nr. 29

Dazu heißt es unter dem Kapitel „Streichinstrumente / Animochord“:
„Die Firma Popper erwarb innerhalb eines einzigen Jahres – zwischen 1907 und 1908 – die unglaubliche Zahl von insgesamt 6 Patenten und 31 (!) Gebrauchsmustern für Erfindungen hinsichtlich mechanischer Streichinstrumente. Laut einem Bericht zur Leipziger Herbstmesse kam diese auffällige Häufung durch den Aufkauf der „…Streichklaviere von Professor Dr. Hennig und Herrn Oskar Kurtz mit allen Erfinder- und Patentrechten“ (ZfI 27/1907, S.902 und 1106f.) zustande.

Bereits 1907 präsentierte man mit dem Arcophon „das erste Streichklavier von Hand spielbar“, sowie „das erste wirkliche Streich-Orchestrion Animochord“ (Inserat ZfI 27/1907 S. 1018). Zu den mit Rosshaarbögen mechanisch gespielten Streichinstrumenten erklang ein selbstspielendes Feurich-Piano. Da erhaltene Instrumente fehlen, kann man sich bauliche Details nur anhand der Gebrauchsmuster erschließen: Die umlaufenden Bögen waren „… dadurch gekennzeichnet, dass das endlose Streichband um den … mit Saiten bespannten Resonanzkasten herumgeführt ist“ (Patent Nr. 201929, siehe Patente). Auch das Problem der Verbindungsnaht des Streichbandes löste man auf eigene Weise dadurch, „…dass an den Verbindungsstellen des umlaufenden Streichbandes Spreizkörper eingesetzt sind, die … die Verbindungsstellen überbrücken“ (Patent Nr. 201930, siehe Patente).
Den Instrumenten war kein Erfolg beschieden; in den folgenden Jahren bewarb die Firma nur noch ihr Violin-Piano mit Pfeifen zur Imitation des Geigenklanges.

Über die genannten Personen Henning und Kurtz finden sich keine weiteren Angaben. Kurtz hatte 1911 noch ein weiteres Patent erwirkt: Nr. 247839, Mechanische Geige. Oskar Kurtz, Leipzig-Eutritzsch, Delitzscher Str. 126. 21.9.11 (ZfI 32/1912, S.925 und 1185)

Um 1927 brachte Popper ein letztes mechanisches Streichinstrument auf den Markt, das allerdings kaum Verbreitung erfuhr. Das Violinovo funktionierte mit einer kleinen rotierenden Streichscheibe; für die Greifvorrichtung gab es pneumatische Spielbälge. (vgl. Jüttemann S. 304; auf diese Erfindung bezieht sich auch ein Gebrauchsmuster von 1930, Nr. 1203474).“

Ein Beispiel zu Funktion und Klang des „Violinovo“ findet man auf youtube unter
http://www.youtube.com/watch?v=G7T1IkfWRME

http://mfm.uni-leipzig.de/hsm/produkt_detail.php?id=71

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