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Der am 17. Dezember 1952 geborene Grazer zählt heute zu den wichtigsten lebenden Vertretern der österreichischen Kunst nach 1945. Auf seiner persönlichen Internet-Präsenz www.schmalix.com gibt er sich zurückhaltend mit persönlichen Informationen. Eine umfangreiche Liste von Ausstellungen seiner Werke von 1978 bis 2001 und Ausschnitte jüngerer Arbeiten bieten nur einen bescheidenen Eindruck.

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Die Österreichische Post widmete dem international erfolgreichen Maler einen Sondermarken-Block aus der Serie „Zeitgenössische Kunst“. Das Motiv zeigt das Ölgemälde „After the Rain“ aus dem Jahr 2014 und ist „alpinromantischen Bildern des 19. Jahrhunderts nachempfunden, wurde vom Künstler jedoch in eine ‚poppige‘ Bildsprache übersetzt“, meldet das Austria-Forum dazu.

Wikipedia fasst zusammen: „Hubert Schmalix studierte von 1971 bis 1976 an der Akademie der bildenden Künste Wien. Er wurde zu Beginn der 1980er Jahre als Exponent der ‚Neuen Malerei‘ international bekannt. 1983 nahm er an der Kunstausstellung Aktuell 83 teil. 1984 ging Schmalix ins Ausland. Er hielt sich eine Zeit lang auf den Philippinen auf, dann in den USA und übersiedelte 1987 nach Los Angeles, wo er auch heute noch lebt. Seit 1997 ist er an der Akademie der bildenden Künste Wien Professor.“

Die Biografie auf www.art-directory.de meldet unter anderen: „Schon 1979 ist der junge Künstler mit seinen Werken auf der zukunftsorientierten Ausstellung ‚Europa 79 – Kunst der 80er Jahre‘ in Stuttgart vertreten und im Jahr 1983 lädt ihn die Tate Gallery London ein, in der bedeutenden Gesamtschau aktueller Kunst ‚New Art‘ seine Arbeiten zu präsentieren. … Der Künstler arbeitet mit Rückgriffen auf die klassische Kunstgeschichte und die Kunst der Moderne. Hubert Schmalix‘ Interesse gilt der Beschäftigung mit der gegenständlichen Welt und dem menschlichen Abbild. In den 1980er Jahren dominiert noch die expressive Gestik, so wird diese Anfang der 1990er Jahre von einem strengen, architektonischen Bildaufbau abgelöst.“

„Du malst so schiach wie da Schmalix“, die zweideutig anerkennende Kritik aus früheren Jahrzehnten hat ihre Bedeutung verloren. Wie bei einigen Künstlerkollegen aus „wilden Zeiten“ hat sich sein Stil gewandelt, ist versöhnlicher und „gefälliger“ geworden. Der Wandel in Farben- und Bildersprache macht die Einmaligkeit der sperrigen, kompromisslosen Werke aus den früheren Jahren deutlich, die sich gegen gängige Ästhetik und Kunstgenuss stellten.

Viele bedeutende Galerien und Sammlungen haben Stücke von Schmalix im Programm; auch in Museen sind sie laufend vertreten; darunter die Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum in Graz, die Sammlung Essl, Klosterneuburg, das Museum der Moderne Salzburg Rupertinum, und das MAK Museum für Angewandte Kunst in Wien.

Aufschlussreich und spannend war die Retrospektive „Die wilden Jahre“ im Essl-Museum von März bis Mai 2015: „Ab Ende der 1970er-, Beginn der 1980er-Jahre haben junge Künstler international auf die theorielastigen Positionen und Diskurse der 70er-Jahre mit einer heftigen, unbekümmerten zeitgeistigen Malerei geantwortet. Die sogenannten ‚Neuen Wilden‘ waren oft noch Studenten, die ganz frech expressiv und gestisch aus dem Bauch heraus malten und schnell produzierten.

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Hubert Schmalix: Nackter Mann, 1982 Öl auf Leinwand , 136 x 165 cm © Sammlung Essl, Klosterneuburg/Wien Foto: Franz Schachinger, Wien

Das löste einen regelrechten Hype unter internationalen Sammlern aus, der Mitte der 80er-Jahre zusammenbrach, was besonders für einige der Vertreter aus Deutschland zu schweren künstlerischen Krisen führte. In Österreich war die Situation differenzierter, da es eine viel ungebrochenere Malereitradition gab und die Abstrakte Kunst auch für die ‚Neuen Wilden‘, die international gesehen fast ausschließlich figürlich malten, eine Option war.

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In der Ausstellung „Die wilden Jahre“, 2015

Anders als die Ausstellung ‚Neue Wilde. Eine Entwicklung‘ im Essl Museum 2004, die den Schwerpunkt auf die künstlerische Weiterentwicklung der damaligen Proponenten legte, widmet sich diese Ausstellung ganz den heftigen, vom schnellen Malduktus getriebenen Werken der frühen 80er-Jahre aus der Sammlung Essl. Es sind Arbeiten, die selten gezeigt werden, aber heute wieder spannend sind in ihrer kompositorischen und formalen Frechheit und Unmittelbarkeit der Malerei.“ (Kuratorin: Viktoria Tomek).

Einen gelungenen Einblick in jüngere Arbeiten und Positionen bietet das Video zur Wiener Ausstellung im Sommer 2015:
Video Kunstforum Wien

Ausstellung 2015

Ein interessantes Interview von Georg Schöllhammer aus 1993 erscheint auf www.mip.at

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