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Die Kadettenschule im Süden von Graz entstand 1852 anstelle des 1164 erstmals urkundlich erwähnten Schlosses Liebenau. Das Anwesen, das bis in das 17. Jahrhundert auch als „Vatersdorf“ bezeichnet wurde, diente ursprünglich zur Sicherung der Schifffahrt auf der Mur und besaß auch Fischrechte dort. Wegen finanzieller Schwierigkeiten mussten die Schlossherren die Liegenschaft letztendlich an den „Militär-Ärar“ veräußern, der die Umgestaltung in eine Militärschule in die Wege leitete.

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Unter den Poststempeln von Liebenau zählt der Zeilenstempel mit wellenförmigem Rahmen zu den seltenen Sorten (Abb. Auktionshäuser Deider, Lenz).

Über den Besuch des damaligen Kriegsministers Freiherr von Stöger-Steiner mit Gattin in der Kadettenschule Liebenau bei Graz, aus Anlass seines Abschlusses vierzig Jahre zuvor, berichteten die „Reichspost“ am 29. April 1918 und „Das interessante Blatt“ vom 16. Mai 1918.

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„Besuch unseres Kriegsministers: G.d.I. . Stöger-Steiner verläßt nach einer Besichtigung die Kadettenschule Liebenau bei Graz, aus der er vor 40 Jahren in das Heer eingetreten ist“ vermeldete Das Interessante Blatt am 16. Mai 1918. Nach seinem Besuch in Liebenau reiste der Kriegsminister nach Graz weiter, wo er anschließend auch mit dem Schriftsteller Peter Rosegger zusammentraf.

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Nach dem Ersten Weltkrieg wurde im Zuge der von Otto Glöckel vorangetriebenen Schulreformen aus der Militärschule eine „Bundeserziehungsanstalt“, in dem begabte Schüler ungeachtet ihrer sozialen Herkunft und der finanziellen Verhältnisse der Eltern das Gymnasium besuchen konnten. Die friedlichen Zeiten währten allerdings nicht lange, da die Schule während des autoritären Regimes ab 1935 und darauf folgend unter den Nationalsozialisten wieder als Militärschule geführt wurde.

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Reko-Brief mit Inhalt vom 30.IX.1938 aus „Liebenau b. Graz“ an die Feldpost-Übungsdivision Postleitstelle Gloggnitz; in der Einheit befanden sich Österreicher und deutsche Soldaten (Thomas Juranek).

Nach 1945 kehrte man zur Bundeserziehungsanstalt zurück. Trotzdem hielt sich in Graz die Bezeichnung „Kadettenschule“ bis in die 1960er Jahre.

Im Rahmen einer Schulreform Ende der 1970er Jahre wurde aus der Bundeserziehungsanstalt eine „Höhere Internatsschule des Bundes“ (HIB), die bis heute nicht nur eine gute Ausbildung bietet, sondern auch für die sportlichen und künstlerischen Leistungen der Schülerinnen und Schüler bekannt ist.

Quellen: Austria-ForumWikipedia, HIB Liebenau, Postkartensammlung GrazMuseum Online, Österreich100.at, philasearch.

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